Karin Kadenbach

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Wo bleiben Alternativen zum Gift?

Die Bilanz des EU-Parlaments über die nachhaltige Verwendung von Pestiziden in der EU fällt heute ernüchternd aus. Karin Kadenbach, umwelt- und agrarpolitische Sprecherin der SPÖ im Europaparlament, kritisiert die viel zu lasche Umsetzung durch die EU-Mitgliedstaaten: „Der exzessive Einsatz chemischer Mittel auf unseren Feldern gefährdet unsere Gesundheit und den natürlichen Ökokreislauf zwischen Pflanzen und Tieren. Der Einsatz von Pestiziden ist ein Hauptgrund für das Insektensterben in Europa. Die EU-Mitgliedstaaten haben sich eigentlich verpflichtet, risikoarme und natürliche Alternativen zu entwickeln. In den letzten Jahren ist aber fast nichts passiert.“ 

„Die Richtlinie zum nachhaltigen Einsatz von Pestiziden gilt seit 2009. Seitdem ist das Thema mit der Neuzulassung des Pflanzengifts Glyphosat besonders in den Fokus gerückt. Die Menschen wollen sich auf beste Qualität verlassen können und immer mehr Menschen fordern daher eine nachhaltige Wende in der Landwirtschaft“, sagt die SPÖ-Europaabgeordnete und fordert, dass sich das auch in den aktuellen Verhandlungen über die Neuaufstellung der Agrarförderungen niederschlagen muss. „Schluss mit Milliardenbeträgen für industrielle Großbetriebe, in der Zukunft müssen wir vor allem die kleine und biologisch arbeitende Landwirtschaft fördern.“ Die Mitgliedstaaten müssen jetzt schnellstmöglich ihren Verpflichtungen nachkommen: „Wir brauchen volles Engagement, um die Abhängigkeit unserer Landwirtschaft von schädlichen Giften zu reduzieren.“

12.02.2019